Hering in der Polarnacht mit Jan Johansen, 24. April

Das Thema des Heringsfangs steht im Mittelpunkt, wenn Jan Johansen am Freitag, den 24. April um 19:00 Uhr mit einem Vortrag und einem Film ins Ishavsmuseet kommt. Im Anschluss an den Vortrag gibt es natürlich Hering auf der Speisekarte: Bokna-Hering mit allen Köstlichkeiten.

Die Heringsfischerei wird in diesem Land vermutlich seit jeher in größerem oder kleinerem Umfang betrieben. Und ebenso lange wechseln sich gute und schlechte Jahre ab. Diese Ungewissheit hat der Heringsfischerei eine besondere Faszination verliehen. Plötzlich schien der Reichtum des Meeres in Strömen in unsere Küstenregionen zu fließen und allen Nahrung und Wohlstand zu bringen – solange die guten Jahre anhielten. Dieser „Atlantische Klondike“ ähnelte sehr dem ursprünglichen in Alaska. Menschen kamen und verdienten in kurzer Zeit viel Geld. Heringsspekulanten kamen und gingen – entweder reich oder völlig pleite.

 Im 1500. Jahrhundert wurde der Heringsfang in Norwegen nicht mehr nur als Hobby im privaten Bereich geschätzt, sondern ermöglichte nun auch den Fang deutlich größerer Mengen, da man die Heringe salzen und verarbeiten konnte. 1699 erreichte der Frühjahrshering Westnorwegen und wurde bis etwa Mitte der 1780er Jahre zu einer wichtigen jährlichen Fangressource. Nördlich von Stadt muss es ab 1736 zwanzig Jahre lang einen besonders großen Heringsbestand gegeben haben. In Norwegen endete das 1700. Jahrhundert mit leeren Heringsnetzen und Heringsnüssen.

Von etwa 1806 bis 1870 verfügten wir über einen neuen, reichen Heringsbestand mit Winterheringen. In diesem Bestand wurde das Eislaufen entwickelt, und die Heringe konnten weiter vom Ufer entfernt gefangen werden. Dies führte schließlich dazu, dass die Heringsfischerei vor Island zu einem neuen bedeutenden Wirtschaftszweig wurde.

Die Einwohner von Siglufjörður erzählen oft von zwei norwegischen Siedlungen. Die erste, als Tormod der Starke um das Jahr 900 in Siglufjörður landete, und die zweite im Jahr 1903, als mehrere norwegische Fischerbootbesitzer mit ihren Schiffen kamen und den Grundstein für eine große Heringsstadt in einem kleinen Fjord am östlichen Ende des Meeres legten.

 Neues Goldenes Zeitalter

1947 begann ein neues goldenes Zeitalter für den Heringsfang, und genau diese Zeit steht im Mittelpunkt von Jan Johansens Vortrag im Ishavsmuseet. Jan begann 1951 mit dem Heringsfang und war bis 2003 aktiv. Er ist ein wandelndes Lexikon der Fischereigeschichte, und die Geschichten vom Heringsfang in den 50er Jahren vor unserer Küste sind unzählig. „Wissen Sie? 1954 haben wir rund 11 bis 12 Millionen Hektoliter Hering gefangen. Wir haben so viel Geld verdient, dass es fast zu schwer zum Tragen war!“, erzählt Jan. In seinem Vortrag spricht Johansen über die Entwicklungen, die er in diesen Jahren miterlebt hat: von Dampfmaschinen über Motoren bis hin zu Nylonnetzen, Antriebseinheiten und Radar. Die größte Revolution im Heringsfang war zweifellos das Aufkommen von Asdicen, so Jan. Er lobt den Meeresforscher Finn Devold, den er als weisen Mann bezeichnet. Dieser habe in dieser Zeit viel Gutes bewirkt. Devold nahm sich die Zeit, den Fischern zuzuhören und mit ihnen zu sprechen. 2015 kam es erstmals zu einer Zusammenarbeit zwischen Forschern und Fischern im Rahmen einer Forschungsexpedition, um genauere Populationsmessungen des norwegischen Frühjahrslaichherings durchzuführen.

Die großen Winterheringsfänge in Westnorwegen nach den 1950er Jahren erregten internationales Aufsehen. Die norwegische Regierung organisierte Reisen für ausländische Diplomaten zu den Heringsfeldern, und Reisebüros boten Ausflüge für Touristen an. Die erfahrensten Schleppnetzfischer wurden zu Berühmtheiten ihrer Zeit. Doch 1969 war die Heringersaison weitgehend vorbei, und wir stellten auf den Fang von Lodde und Makrele um. Die Makrele wurde 1965 entdeckt, erzählt Jan. Doch ab 1984 begann eine neue Heringssaison. Es gab enorme Mengen an Heringen. Das Laichen 1983 war genauso ergiebig wie das von 1952.

Jan Johansen bringt viele Geschichten und auch Filme mit, wenn er am 24. April das Ishavsmuseet besucht.

 Buchweizenhering-Milchsuppe

Früher sorgte der Hering dafür, dass die Frauen der Fischer und die arktischen Hexen nichts zu essen hatten, während die Männer auf See waren. Hering und Haferflockensuppe mussten in manchen beengten Haushalten die Mäuler vieler Kinder stopfen.

Heute gilt Hering als Festtagsgericht für Jung und Alt. Nach Jan Johansens Vortrag findet im Ishavsmuseet ein kulinarisches Fest statt, und natürlich darf Hering nicht fehlen. Bokna-Hering mit Kohlragout und Kartoffeln mit Milchsuppe auf Haferflocken. Hering e`koma! Anmeldung für den Verpflegungsservice.