Nordostgrönland
In den ersten Jahren der Robbenjagd kamen die Sunnmøring auch an die Küste Nordaustgrönlands. Sie hatten von Eisbären, Murmeltieren, Polarfüchsen, Polarwölfen und Rentieren gehört. Doch von Moschus war ihnen unbekannt. Die Sunnmøring brachten lebende Moschusochsenkälber mit nach Hause, um zu beweisen, dass diese Tierart in Nordaustgrönland vorkam.

Der erste Überwinterungsversuch erfolgte 1905/06 mit dem Eisbrecher „Idræt“. Die „Idræt“ sank jedoch im Eis. Der nächste Versuch fand 1908/09 mit dem Eisbrecher „Floren“ unter der Leitung von Severin Liavaag statt. Liavaag selbst und ein Besatzungsmitglied ertranken bei der Eisbärenjagd auf dem Eis. 1909/10 überwinterte eine Expedition mit dem Eisbrecher „7de Juni“ unter der Leitung von Vebjørn Landmark. Die Pioniere hatten bewiesen, dass Überwinterung und Jagd in Nordaustgrönland möglich waren. Die Überwinterungsexpeditionen wurden jährlich durchgeführt. Die norwegischen Aktivitäten in dem Gebiet riefen jedoch Unmut bei den dänischen Behörden hervor, die die Herrschaft über das Gebiet innehatten. Es kam zu Konflikten. Am 27. Juni 1931 hissten Hallvard Devold und vier weitere Trapper die norwegische Flagge und besetzten Nordaustgrönland für Norwegen. Sie nannten das Gebiet „Eirik des Roten Landes“. Dänemark legte Berufung beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag ein, wo Norwegen in allen Punkten unterlag. 1959 wurden alle norwegischen Aktivitäten in Nordaust-Grönland eingestellt. Das Arktisschiff „Polarsel“ brachte Menschen, Ausrüstung und Fang zurück. Eine Abteilung im Ishavsmuseet (Nationalmuseum für Fischerei und Fischerei) informiert über die norwegischen Aktivitäten in Nordaust-Grönland. Dort befindet sich auch eine Nachbildung der Winterhütte Hoelsbu, die 1930 in Nordaust-Grönland errichtet wurde.
Lesen Sie hier mehr über Grönland: https://www.ishavsmuseet.no/fortellingar/nordaust-gronland-eirik-raudes-land/

