Am Samstagmorgen, dem 18. August, verließ das Forschungsschiff „Flemsøy“ Ålesund, um nach den Vermissten zu suchen. Kapitän der „Flemsøy“ war Johannes Brandal; Expeditionsleiter war Johan Olsen aus Ålesund. Die Expedition, die 80.000 NOK kostete, wurde von mehreren Reedern mit großzügiger staatlicher Unterstützung finanziert. Am Donnerstag, dem 23. August, erreichte die „Flemsøy“ Jan Mayen. Die Insel wurde beidseitig abgesucht, jedoch ohne Erfolg. Die Suchmannschaft fuhr unter Aust-Grønland hindurch und durchkämmte die Küste Liverpools nördlich von Scoresbysund. Aufgrund starken Eisbewuchses kam sie nicht weiter nördlich als 70 Grad 22 Minuten nördlicher Breite.
Die Reise führte nach Süden, entlang der Küste, wo das Eis die Durchfahrt ermöglichte. Am 1. September erreichte das Schiff Angmagssalik. Der Expeditionsleiter der „Flemsøy“ hatte auf ihn vertraut, doch sie stießen weder auf Wrackteile noch auf Hinweise, die das Rätsel hätten lösen können.
Die „Flemsøy“ nahm Kurs auf Island und erreichte am 7. September den Hafen von Ísafjörður. Von dort aus fuhr sie weiter nach Siglufjörður.
Ein Telegramm aus Langanes berichtete, dass der Pfarrer von Saudanes am 5. September im Frühling ein halb mit Sand gefülltes Fischerboot gefunden hatte. Nach langen Verhandlungen gelang es ihnen, das Boot für 250 Kronen vom Gouverneur zu erwerben. Es stellte sich heraus, dass das Boot von der Werft Nedregaard in Ålesund gebaut und erst in diesem Jahr neu in Dienst gestellt worden war. Zunächst nahm man an, das Boot gehöre der Gemeinde „Lunheim“. Später stellte sich heraus, dass es der Gemeinde „Heim“ gehört hatte. Anhand der Taureste am Fischerboot konnte man erkennen, dass es mit einem Messer von der Bordwand abgetrennt worden war.
Die Entdeckung dieses Bootes bei Langanes bestärkte die Annahme, dass die vermissten Schiffe in der Nähe von Jan Mayen untergegangen sein könnten, da die Strömung von dort unter der Küste Islands hindurchführt.
Im Vestisen wurde auch ein Rettungsring gefunden, es ließ sich jedoch nicht feststellen, ob er von einem der vermissten Schiffe oder von einem Schiff stammte, das in schweres Wetter geraten war, da sich nur die Ålesund auf dem Rettungsring befand.
Am 10. Juni soll der isländische Robbenfänger „Kapur“ bei 65 Grad Nord und 32 Grad West ein Stück grau gestrichener Schiffsseite gesichtet haben. An der Seite des Schiffes soll sich Eishaut befunden haben, und man konnte erkennen, dass sich zwischen der Eishaut und der Seite Teerpappe befand. Man hatte dies jedoch nicht genauer untersucht und nichts Genaueres gefunden. Als die „Flemsøy“ Island besuchte, war die „Kapur“ zum Fischen unterwegs, sodass man keine weiteren Informationen aus erster Hand über die Beobachtung erhielt.
Am Abend des 17. September legte die „Flemsøy“ in Ålesund an. Die Suchaktion war beendet. Das Schiff hatte über 2500 Seemeilen nach den vermissten Robbenfängern gesucht. Gefunden hatte man lediglich das Fischerboot, das bei Langanes in Island an Land gespült worden war.
So mussten die Menschen akzeptieren, dass die Schiffe und die Männer an Bord niemals nach Hause zurückkehren würden.
Mehr über die gesunkenen Schiffe und ihre Besatzungen finden Sie im Schiffskatalog auf dieser Seite.