Segelabend im Ishavsmuseet.

Mitte März war es üblich, dass Schiffe, die in die Arktis fuhren, sich auf die Reise vorbereiteten. Diese Vorbereitungen dauerten oft etwa eine Woche. Die gesamte Ausrüstung musste gefunden und an Bord gebracht werden. Anschließend wurde sie überprüft und einsatzbereit gemacht. Seit der letzten Arktisreise hatten die Schiffe neben dem Heringsfang auch andere Aufgaben übernommen. Fetttanks, Bunker und Proviant mussten installiert werden. Umfangreiche Arbeit und ein hektisches Treiben im Hafen mit so vielen Schiffen, die außer Dienst gestellt werden sollten. Die jungen Leute kletterten in die Takelage und hofften voller Vorfreude, bald selbst zum Einsatz zu kommen. Die Alten erledigten ständig Besorgungen im Hafen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung war. Der Steward war nicht nur für das Kaffeekochen zuständig, sondern auch dafür, dass alle Proviant an Bord und am richtigen Platz waren.

Am Abend vor der Abreise gab es üblicherweise eine „Matrosenparty“.

Freitag, 23. März, ab 19:00 Uhr In Brandal findet wieder eine „Seemannsnacht“ statt. Das Ishavsmuseet lädt Sie zu einer Seemannsnacht unter dem Motto des arktischen Priesters Monrad Norderval ein. 

Norderval organisierte in Ålesund eine Reihe von Segeltörns für die Robbenfangflotte. Im Katastrophenjahr 1952 bereiteten sich 23 Schiffe aus der Arktis auf die Robbenjagd vor Sunnmøre vor. Am 12. März veranstaltete Norderval ein Fest im Festiviteten in Ålesund. Dort hielt er eine Rede vor den Robbenfängern, die sich ansonsten an frisch gebackenem Gebäck, Kaffee und heißer Schokolade erfreuten. Außerdem wurden Stummfilme aus der Arktis gezeigt und Weihnachtslieder gesungen.

Als Abfahrtstermin war der 13. März vorgesehen, aber natürlich erschien an diesem Tag kein Skipper.

Ab 1935 war Norderval Pfarrer in Ørsta und ab 1948 in Ålesund. Monrad verbrachte seine Kindheit und Jugend größtenteils in der Fischer- und Jägergemeinschaft von Skjerva in Ålesund.

Norderval nutzte zahlreiche Gelegenheiten, um Fischerei- und Fangschiffe von Sunnmøre zu den Fanggebieten zu begleiten.

Nach dem verheerenden Hurrikan im Westeis im April 1952, bei dem 79 Fischer ums Leben kamen, nutzte Norderval die erste sich bietende Gelegenheit, um im Arktischen Ozean zu fischen. Diese Gelegenheit bot sich ihm im Sommer 1952 beim Fischen in der Dänemarkstraße. Damals war Norderval als Fischer bei den „Kvitungen“ tätig. Er erkannte, dass der richtige Ort für seinen priesterlichen Dienst – zwei oder drei Monate nach der Katastrophe – genau unter den Fischern im Eis der Dänemarkstraße lag.

Dieses Jahr jährt sich die letzte große Tragödie in Vestisen zum 60. Mal. Gleichzeitig ist es der 110. Geburtstag von Monrad Norderval.

An diesem ersten Segelabend im Ishavsmuseet werden diese beiden Jahre gefeiert.

Atle Hopland aus Ålesund kannte den arktischen Priester Norderval gut. Er wird heute Abend im Ishavsmuseet über Norderval sprechen. Hopland war unter anderem in Nordnorwegen als Priester tätig, bevor er 1983 nach Ulsteinvik kam. Nach seinem langen priesterlichen Dienst ist er in den Dörfern wohlbekannt, und viele Menschen kennen ihn und haben eine Beziehung zu ihm, da sie ihm in verschiedenen Lebensphasen ihrer Familien begegnet sind.
Atle interessiert sich sehr für Kunst und leitet seit einigen Jahren den Ulstein Art Club. Viele kennen Atle wahrscheinlich auch als begabten Geschichtenerzähler, und genau diese Seite des pensionierten Pfarrers werden wir heute Abend im Ishavsmuseet kennenlernen.
Er wuchs in derselben Straße wie Norderval auf und kennt den Mann und die Kultur der Stadt gut.

Harald Knutsen wird den Abend mit einem Bericht über die Vorbereitungen der Schiffe und das geschäftige Treiben in den Docks und auf den Straßen in den Tagen vor der Abfahrt eröffnen.

Das Akkordeon war wohl das am häufigsten an Bord der Schiffe gespielte Instrument. Heute Abend lädt Knut Selvåg zu einem Akkordeonabend ein, im Anschluss daran genießen wir typisch arktische Küche: Pökelfleisch mit Erbsen. Reservierungen für das Abendessen nehmen wir gerne über das Ishavsmuseet entgegen. webjorn@ishavsmuseet.no Tel. 700 92 004 / 95 11 76 44