Weihnachtsgeschenktipp: Polarstar, die Grande Dame des Arktischen Ozeans
-Er war ein ziemlicher Witzbold.
So nüchtern war der erfahrene Kapitän Kristoffer Marø, nachdem er mit dem neuen Schiff in See gestochen war. Polarstern mehrere Tage lang im Sturm vor den Färöer-Inseln, auf dem Heimweg mit voller Ladung bei ihrer Jungfernfahrt nach Neufundland im Jahr 1949.
-Ein bisschen Spaß, aber nicht so viel, dass es genug war.
Es gab Fahrten, bei denen das Schiff in die Tiefen der gewaltigen Wellen stürzte und die Besatzung sich „ziemlich sicher war, dass wir nun den alten Erik gesehen hatten“. Fahrten, bei denen es so stark schwankte und rollte, dass der Kompass sich löste und der Kapitän religiöse Lieder sang und verkündete, dass sie nun alle an ihren Gott denken müssten – worauf die Fischer lakonisch erwiderten: „Ja, aber wir müssen jetzt erst einmal versuchen, wieder auf diese See zurückzukehren …“
Seit 70 Jahren hat die Schaluppe Polarstern Durchquere alle Meere.
Sie war der erste norwegische Robbenfänger aus Stahl. Kristoffer Marø und Martin Karlsen hatten die Idee bereits vor dem Zweiten Weltkrieg. Es dauerte zehn Jahre, bis das Schiff für die Robbenjagd bereit war. Warnungen von denen, die auf den Baum schworen, mangelten nicht. Polarstern Die Skeptiker wurden zum Schweigen gebracht.
„Polarstar – Die Grande Dame des Arktischen Ozeans“ bietet Einblicke in die lange Karriere des Schiffes, sowohl während als auch außerhalb der Fischereisaison. Es ist keine Biografie des Schiffes über 70 Jahre hinweg, sondern lebendige Berichte über viele aufregende Missionen, erzählt von denjenigen, die an Bord waren. Es gibt viel Liebe und Drama, abenteuerliche Erinnerungen und pikante Enthüllungen.
Neben mehr als 50 Robbenjagden in Neufundland und im Arktischen Ozean, Polarstern Das Schiff erlebte Jahre als beliebtes Gouverneursschiff, Forschungsschiff und Touristenboot, transportierte Blaubeeren und Köderheringe, suchte nach Öl, zählte Eisbären, beförderte Dynamit in Mittelamerika und fotografierte Unterwasserkabel im Atlantik. Es gibt Geschichten von Hubschrauberabstürzen im Heck und von Wissenschaftlern, die die Privatsphäre von Walrossen nicht respektierten.
Das Buch enthält zahlreiche, bisher unveröffentlichte Abbildungen.
Nun ist aus dem ersten Stahlschiff das letzte geworden. Nach ihrer Restaurierung in Polen wird sie als bleibendes Zeugnis einer stolzen nationalen Industrie in See stechen. 70 Jahre alt ist sie Polarstern wieder in seiner jugendlichen Kleidung und so seetüchtig wie eh und je.
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