Polarabend im Ishavsmuseet, 16. Oktober: Die Fuchsjäger auf Jan Mayen

Sie sollten eigentlich Füchse fangen, jagten aber stattdessen einander. Am Mittwoch, dem 16. Oktober, um 19:00 Uhr findet wieder der Polarabend im Ishavsmuseet statt. Traditionsgemäß wird dieser Abend jedes Jahr mittwochs in Hareidsstemna veranstaltet. Das diesjährige Thema des beliebten Polarabends ist der arktischen Insel Jan Mayen entlehnt.

Es ist das Jahr 1926. Elf Männer sind auf einer einsamen Insel zwischen allem und nichts isoliert. Jan Mayen, die Vulkaninsel im Arktischen Ozean, wurde gerade zu norwegischem Territorium erklärt. Unter dem gewaltigen Vulkan Beerenberg müssen sie den Winter in engen Jagdhütten überstehen. Ihr Ziel: durch Fuchsjagd reich werden. Wir begleiten die Männer durch Enttäuschungen, Streit und Freude. In der Dunkelheit des Dezembers rücken die schwarzen Panzer an. Bald muss einer von ihnen über den Berg fliehen, um nicht bewusstlos geschlagen zu werden. Sie geraten in einen Streit um die Jagdrechte und zerstören gegenseitig ihre Fallen.

Schließlich zieht Hank, der Cowboy aus Baltimore, einen Colt .38 hervor, bereit zu töten.
Es war die Firma Polarfront Companys mit den drei Ulsteinern Nils Garnes, Andreas Haakonsholm und Karl Brevik, die diesen Winter auf der arktischen Insel Fuchsjagden durchführen sollte. Sie brachten auch den Amerikaner Henry Joesting mit. Die Firma war von den Norwegern Hagbart Ekerold und Per Løvfald in Kanada gegründet worden, um Fuchsjagden in der Arktis durchzuführen. Dies sollte die einzige Expedition sein, die das Unternehmen ausrüstete.

Alle kamen an Bord des Schiffes „Polarfront“ an, mit Oluf Saunes aus Ulsteinvik als Kapitän und drei weiteren Personen aus demselben Dorf als Besatzung.

Neben diesem Team gab es zwei weitere „Teams“: die Meteorologen und drei Männer, die unbemerkt mitgereist waren. Einer der drei, August Hansen, gehörte auch zu denjenigen, die im darauffolgenden Jahr nach Grönland reisten.

Der erfahrene Journalist und Autor Ole M. Ellefsen stieß auf einen wahren Schatz: mehrere Tagebücher von Trappern, die auf Jan Mayen überwinterten. Ellefsen hat unter anderem bereits mehrere Bücher mit maritimen Themen verfasst. Anhand von Tagebucheinträgen und historischen Recherchen schrieb er nun das Buch „Die Fuchsjäger auf Jan Mayen“. Jetzt kommt er ins Ishavsmuseet, um uns einen Einblick in den harten Alltag dieser Männer während des Winters zu geben. Ellefsen ist derzeit Direktor des Ålesunds Museums.

Der Polarabend im Ishavsmuseet bietet heute auch die Gelegenheit zur Buchvorstellung von Jan Mayens spannender Geschichte, die auch für die Region von Interesse ist. Im Anschluss an den Vortrag kann man sich das Buch sichern. Neben dem Vortrag von Ole M. Ellefsen gibt es musikalische Darbietungen von Leiv Arne Nydal, Ingfrid Grimstad und Ronald Øvrelid – allesamt talentierte Musiker aus der Region, die den meisten Besuchern bekannt sein dürften. Und natürlich gibt es auch eine gemütliche Kaffeepause mit kräftigem Kaffee, typisch arktisch, und Kuchen.