Polarabend im Ishavsmuseet am 26. Januar 2024
19 Stunden an Deck des Bootes bei 45 Grad Schlagseite. Dem Tod ins Auge sehen, aber auf Rettung hoffen.
Am Freitag, den 26. Januar um 19:00 Uhr, beginnt im Ishavsmuseet eine neue Saison der Polarabende, und dieses Mal ist Johannes Bjarne Alme mit einem neuen, spannenden Drama zurück.
Alme schildert die dramatische Geschichte des Untergangs des Arktisschiffs „Herøyfjord“ westlich von Runde im Jahr 1949. Die „Herøyfjord“ brachte auch die Besatzung der „Polarbjørn“ aus dem Eis zurück nach Hause.
Während einer Robbenjagd vor der Küste Neufundlands geriet die „Polarbjørn“ im Maschinenraum in Brand. Die Besatzung unter Kapitän Henrik Marø musste schließlich auf den kanadischen Robbenfänger „Illinois“ unter Kapitän Harald Marø (Henriks Bruder) umsteigen.
Später werden sie auf das Arktisschiff „Herøyfjord“ umgeladen, das mit 20.000 Tieren beladen und auf dem Heimweg ist. Vor Kap Farewell verrutscht die Ladung, woraufhin 2000 Robbenfelle über Bord geworfen werden, um das Schiff zu erleichtern. Außerdem werden im Laderaum neue Verstrebungen angebracht.
Das Schiff liegt mit seiner großen Ladung schwer im Wasser und muss auf der Fahrt nach Osten mehrmals dem Wetter ausgesetzt sein.
Wenn sich das Schiff etwa 70 Seemeilen nordwestlich von Runde befindet, dreht es ab und bleibt mit starker Schlagseite liegen.
Da das Schiff Schlagseite von 45 bis 47 Grad hatte, waren nur noch die Brücke und das Deckshaus für die Besatzung zugänglich. Die meisten der 66 Mann an Bord hielten sich auf dem nassen, rutschigen und kalten Achterdeck auf und gingen nur kurz ins Innere, um sich etwas aufzuwärmen. Das Schiff sank um sieben Uhr morgens, und die meisten wurden zwischen zwei und drei Uhr nachts gerettet. Es waren lange und schwere Stunden für die 66 Mann an Bord, die mit dem Ertrinken rechneten, aber auf Rettung hofften.
Die Schiffe „Flemsøy“ und „Brandal“, die von der Robbenjagd in den Vesterisen auf dem Heimweg waren, trafen allmählich ein. Dank Mut und seemännischer Meisterschaft gelang es den beiden Besatzungen der „Herøyfjord“, gerettet zu werden. Einige wurden mit Leinen durch die See gezogen, andere konnten sich in Fischerboote retten. An diesem Tag ereignete sich auf See eine außergewöhnliche Rettungsaktion: Die Besatzung der „Polarbjørn“ war auf derselben Fahrt gleich zweimal gesunken!
Anschließend wurden Schleppzüge zum „Herøyfjord“ unternommen, doch nach kurzer Zeit kenterte das Schiff und sank.
Entlang der gesamten Küste hatten die Menschen die ganze Nacht über die dramatischen Ereignisse im Radio verfolgt. Als die „Flemsøy“ und die „Brandal“ in Ålesund einliefen, wollten viele sie willkommen heißen und ihnen für die Rettungsaktion danken. Die beiden Schiffe lagen mit dem Bug zum Ufer gerichtet vor Anker. Die Kais und Straßen waren voller Menschen; es war wie am 17. Mai 1945, der Zeit der Befreiung, sagten sie.
Besuchen Sie das Ishavsmuseet und Sie werden die ganze dramatische Geschichte hören. Eine Geschichte, die gut ausging, aber auch katastrophal hätte enden können.
Der Dozent und Autor Johannes Bjarne Alme dürfte den meisten bekannt sein und hat bereits mit seinem profunden Wissen über die von ihm präsentierten Themen beeindruckt. Aufgewachsen im arktischen Dorf Brandal, hegt er seit jeher ein großes Interesse an der Geschichte der Arktis.
Der Abend klingt wie üblich mit einem Abendessen für alle Interessierten aus. Diesmal gibt es Klippfisch mit leckeren Beilagen. Tickets für Vortrag und Abendessen (350 NOK) erhalten Sie hier: Vortrag und Essen am 26. Januar
Nur Vortrag 150,- NOK hier: Nur Vorlesung am 26. Januar

