Polarabend im Ishavsmuseet 26. September um 19:00 Uhr Bjørn Fredriksen mit Film von Jan Mayen im Ishavsmuseet
Als ich im Juni 1968 in Walrus Bay ankam, fragte ich mich wirklich, worauf ich mich da eingelassen hatte.
Ein-Jahres-Vertrag in diesem Ödland?!
Doch schon bald änderte sich dieser Eindruck schlagartig. Die Natur von Jan Mayen ist wild und unzugänglich. Schwarze, schroffe Lavaformationen ragen gen Himmel. Kein Busch, kein Baum bietet Schutz. Eine dünne Moosschicht verleiht den Hügeln, an denen sie sich festgeklammert hat, einen grünlichen Schimmer. Im Winter versuchen die Stürme mit aller Kraft, alle „Eindringlinge“ aufs Meer hinauszutreiben. Doch an jenen Tagen, wenn die Wolken nicht bis zum Boden reichen, der Nebel dicht wie Suppe ist oder die Schneewehe die Finger eines ausgestreckten Arms verhüllt, ist es unbeschreiblich.
Den Beerenberg mit seinem gewaltigen Vulkankrater, der sich bis zu 2277 m in die Höhe erhebt, während die Sonne ihr Licht von schneeweißen Gletschern reflektiert, zu sehen, ist unbeschreiblich. Man muss es selbst erleben.
Das sind Bjørn Fredriksens Worte über Jan Mayen.
Bjørn Fredriksen ist der Leiter der Jan Mayen Arctic Society. Er war 1968–1969 13 Monate lang als Techniker an der Loran-C-Station auf Jan Mayen tätig.
In diesen Monaten belichtete er mehrere tausend Meter Super-8-Film und machte unzählige Fotos.
Im Jahr 2003 begann er mit der Digitalisierung seiner Filme. Damals entstand die Idee, aus JM eine historische Dokumentation zu erstellen.
Nach elf Jahren ist nun bewiesen, dass es möglich ist. Über 70 Mitwirkende haben Fotos, Filme und Videos von der Insel zur Verfügung gestellt. Darunter sind private und öffentliche Institutionen und Museen, Veteranen von JM sowie Angehörige Verstorbener.
Über zwei Jahre lang arbeitete Fredriksen mit Mitarbeitern der Nationalbibliothek in Oslo zusammen, um die Filmfragmente zusammenzufügen. Die letzte Filmrolle wurde im März letzten Jahres digitalisiert. Er hat nun eine vollständige Filmdokumentation des Bahnhofsbaus vom ersten Spatenstich 1958 an erstellt. Diese umfasst die Produktion der Bahnhofsmodule in Widerøe auf Høland und die Beladung der „Polarbjørn“ in Sandvika bei Oslo, die Beladung der „Polarhav“ in Bodø, die Überfahrt nach Jan Mayen und die Entladung in Båtvika.
Er bringt außerdem kurze Aufnahmen aus der Zeit der Einrichtung des Wettervorhersagesystems im Jahr 1921, über die Kriegsjahre bis hin zum Jahr 1958 mit, als LORAN gegründet wurde.
Fredriksen kannte Bjarne Brandal, den Gründer des Fördervereins des Ishavsmuseets, gut und erfuhr durch ihn viele interessante Geschichten über Brandal und das Ishavsmuseet. Fredriksen sagt, er habe das Museum in Brandal schon seit Jahren besuchen wollen und freue sich sehr, dort seine einzigartigen historischen Filme zeigen zu können.
Nach vielen Anfragen besteht das Menü im Café nach dem Vortrag auch dieses Mal wieder aus Pökelfleisch, Schweinefleisch und Erbsensuppe. Mit anderen Worten: ein Festmahl aus der Arktis.
Anmeldung zum Abendessen im Museum.

