Polarabend im Ishavsmuseet am Freitag, den 22. Februar um 19:00 Uhr.
Kapitän Harald Landmark Marø
Johannes Alme und Martin Karlsen halten am Freitag, den 22. Februar um 19:00 Uhr im Ishavsmuseet einen Vortrag über den arktischen Seefahrer und Kapitän Harald Landmark Marø.
Harald wurde am 7. März 1917 in Brandal geboren. Ein Jahr später zog die Familie auf einen kleinen Bauernhof in Slevika bei Borgund. Wie er selbst sagte, verbrachte er den größten Teil seiner Kindheit im Frühling. Die vier Brüder waren oft zusammen, wobei der älteste Bruder Bernt der Anführer war, unterstützt von den Zwillingen Henrik und Kristoffer jr. sowie Harald als eifrige Helfer. Harald, das jüngste Kind von Kristine und Kristoffer Marø, ist heute 102 Jahre alt und lebt in seinem eigenen Haus in Halifax, Nova Scotia, Kanada.
Im Auftrag des Ishavsmuseet besuchten Martin Karlsen und Johannes Alme Harald Marø im Jahr 2018 in Halifax, Nova Scotia. Die beiden trafen auf einen rüstigen und klaren 101-Jährigen, dessen Geschichten auch einen Hauch von Humor hatten.
Als junge Leute durften die Marø-Leute an Bord der Schiffe kommen, auf denen ihr Vater Kristoffer Kapitän war, und beim Putzen helfen. Mit 15 Jahren ging Harald zum ersten Mal auf Robbenjagd, natürlich mit der „Eisbärin“. Die Reise führte ins Weiße Meer, wo die Russen mit Eisbrechern alle Robben gejagt und in die Grenzregion getrieben hatten. Seitdem war Harald mit dem Leben im arktischen Ozean und im Meer vertraut.
Während des Zweiten Weltkriegs fuhr Harald als Steuermann auf mehreren Schiffen und wurde zweimal torpediert. Am 1. März 1942 wurde die DS „Prominent“ 250 Seemeilen südlich von Java versenkt; Harald war Zweiter Steuermann. Nach fünf Tagen in einem Rettungsboot und zwei Tagen durch den Dschungel erreichte die Besatzung die Stadt Garut auf Java. Harald verbrachte drei Jahre in japanischer Gefangenschaft.
Nach dem Krieg wurde Harald Steuermann auf dem neuen Stahlschiff „Polarstar“, bevor er nach Kanada auswanderte und Kapitän der „Illinois“ wurde. Er rettete die Besatzung der „Polarbjørn“, als diese vor der Küste Neufundlands in Brand geriet. Im darauffolgenden Jahr übernahm er das Kommando über die „Theron“, auf der er 26 Jahre lang Robbenfangfahrten und Expeditionen unternahm. Haralds Name ist in der Arktis und Antarktis gleichermaßen bekannt.
Johannes Bjarne Alme lebt in Brandal. Er war mit der „Polarstar“ auf Robbenjagd- und Touristenreisen nach Spitzbergen unterwegs. Die Polarregionen, insbesondere die Robbenjagd, Spitzbergen und die Geschichte, sind seine große Leidenschaft und sein Hobby. Er hat sowohl Sachbücher als auch Romane mit Polarthemen veröffentlicht.
„Mein Interesse am Arktischen Ozean rührt daher, dass ich aus dem arktischen Dorf Brandal stamme und mein Vater mir davon erzählt hat und sich damit auskannte“, sagt Alme. Das Ishavsmuseet ist eine weitere Quelle dieses Interesses.
Martin Karlsen wurde ebenfalls in Brandal, mitten im arktischen Ozean, geboren und wuchs dort auf. Schon als junger Mann lernte er das Familienunternehmen, die Reederei Martin Karlsen AS, kennen und reiste früh nach Kanada, um seinem Onkel Karl „Kalle“ Karlsen bei der Leitung des dortigen Betriebs zu helfen. 1986 übernahm er die operative Leitung.
Im Anschluss an den Vortrag wird im Museum ein authentisches arktisches Gericht mit Pökelfleisch, Schweinefleisch und Erbsen serviert. Eine Anmeldung zum Abendessen ist erforderlich.

