Robbe, Hering & Suppe

Das Saisonfinale im Ishavsmuseet findet am Sonntag, den 30. Oktober, von 13 bis 17 Uhr statt.

Das Ishavsmuseet beendet eine erfolgreiche Saison mit reger Aktivität und guten Besucherzahlen mit Robben, Hering und Suppe am kommenden Sonntag.

Robben, Heringe und Suppe gehörten vor 100 Jahren an unseren Küsten zum Alltag. Robben- und Heringsfang waren nach 1900 mehrere Jahrzehnte lang die wichtigsten Wirtschaftszweige. Doch die Robbenjagd wird an unserer Küste wahrscheinlich schon so lange betrieben, wie Menschen hier leben.

Im 1500. Jahrhundert wurde die Heringsfischerei in Norwegen nicht mehr nur als Hobby in Privathaushalten geschätzt, sondern ermöglichte nun den Fang wesentlich größerer Mengen, da man den Hering salzen und verarbeiten konnte. Dies lag an den neuen kommerziellen Interessen, die der norwegischen Heringsfischerei bessere Bedingungen boten als beispielsweise im Mittelalter. 1699 erreichte der Frühjahrshering Westnorwegen und wurde bis etwa Mitte der 1780er Jahre zu einer wichtigen jährlichen Fangressource. Nördlich von Stadt muss es ab 1736 zwanzig Jahre lang besonders reiche Heringsbestände gegeben haben. In Norwegen endete das 1700. Jahrhundert mit leeren Heringsnetzen und Heringsnüssen.

Von etwa 1806 bis 1870 verfügten wir über einen neuen, reichen Heringsbestand mit Winterheringen. In diesem Bestand wurde das Eislaufen entwickelt, und die Heringe konnten weiter draußen aufs Meer hinausgebracht werden. Dies trug maßgeblich dazu bei, dass die Heringsfischerei vor Island zu einem bedeutenden neuen Wirtschaftszweig wurde.

Die Einwohner von Siglufjörður erzählen oft von zwei norwegischen Landungen. Die erste erfolgte um das Jahr 900, als Thormod der Starke in Siglufjörður an Land ging, die zweite 1903, als mehrere norwegische Fischer mit ihren Schiffen kamen und den Grundstein für eine große Heringsstadt in einem kleinen Fjord am östlichen Ende des Meeres legten. Diese Fischer stammten aus Bergen, Brandal, Bømlo, Espevær, Hareid, Haugesund, Stavanger, Ulsteinvik, Vartdal, Vedavågen, Åkrehamn und Ålesund.

Während des Ersten Weltkriegs kam die Heringsfischerei fast vollständig zum Erliegen, doch 1919 wurde sie wieder aufgenommen.

Wir müssen nicht so weit in die Vergangenheit zurückgehen, als Hering noch nicht zum alltäglichen Speiseplan gehörte. Hering wurde mehrmals täglich serviert. In Trøndelag gab es um 10 Uhr morgens die erste warme Mahlzeit: Spekesild (gekochte, ungesalzene Kartoffeln) und Suppe. In Møre og Romsdal gab es morgens gekochte Kartoffeln und Hering mit Fladenbrot, und zum Abendessen wurden Kartoffeln und gesalzener Hering serviert.

Früher sicherte der Hering das Überleben der Fischerfrauen und der Frauen in der Arktis, während die Männer auf See waren. Hering und Haferflockensuppe mussten in den beengten Verhältnissen viele Kinder ernähren. Heute wird Hering als Festtagsgericht für Jung und Alt genossen.

Herzlich willkommen zum Buffet mit Robbenfleisch und Hering im Ishavsmuseet am Sonntag.