Polarfrauen Anka Ryall
Norwegische Polargeschichte aus einer Geschlechterperspektive

Die norwegische Polargeschichte ist weit mehr als die Geschichte von Fridtjof Nansen und Roald Amundsen. Sie erzählt von mehr als einer kleinen, exklusiven Gruppe von Helden und von mehr als spektakulären Expeditionen. Dieses Buch bricht mit der männerdominierten Perspektive und rückt jene in den Fokus, die aufgrund ihres Geschlechts im blinden Fleck der vorherrschenden Geschichtsschreibung stehen – einige der vielen Frauen, die im 1900. Jahrhundert an verschiedenen Polarexpeditionen teilnahmen.

Die Frauen in diesem Buch gehörten zu den Netzwerken etablierter norwegischer Polarforschungsinstitutionen. Einige von ihnen waren Forscherinnen, andere Hausfrauen, Fallenstellerinnen, Abenteurerinnen, Aktivistinnen, Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und Büroangestellte. Als Frauen trugen sie dazu bei, die Polarregionen in die norwegische Gesellschaft zu integrieren und das Bild Norwegens als Polarnation zu differenzieren und geschlechtsspezifisch zu gestalten. Dennoch hat fast keine von ihnen den Platz in der Geschichte erhalten, der ihnen gebührt.
Das Buch basiert auf einer eingehenden Recherche im Biografiearchiv des Norwegischen Polarinstituts in Tromsø. Es stellt sowohl bekannte als auch unbekannte Frauen der Polarforschung vor. Von der Botanikerin Hanna Resvoll-Holmsen über die Trapperin Anna Oxaas, die Polarforscherin Ella Anker und die Geologin Brit Hofseth bis hin zur Glaziologin Monica Kristensen – das Buch liefert Material für eine neue, umfassendere und vielfältigere Geschichte der Polarforschung.