Brandal

Andere NamenWater Dog (1940-45)
Eigentümer1911 Sigvald S. Brandal
1919 Peter S. Brandal
1925 A/S Søndmøre Robbenjäger
1932 Peter S. Brandal & Co A/S
1934 A/S Polar Bear (M. Karlsen)
1968 Martin Karlsen A/S
(Alle Marken)

Während des Zweiten Weltkriegs von den deutschen Besatzungstruppen requiriert
SchiffstypRobbenjäger
Reg. MarkeM 7 HD
HeimathafenBrandal
BaustelleKnut Skaaluren, Rosendal
Baujahr1911
Baustoffedrei
Länge, Baujahr83,1 Fuß
Längenmessungen nach der Umrechnung101,6 Fuß (1947)
Abmessungen in Breite, Baujahr20,6 Fuß
Abmessungen in der Tiefe, Baujahr8,6 Fuß
Tonnage90,71 BRT 1911
157,06 BRT 1947
Maschine, OriginalDampfmaschine 50 PS (1911) Brunholmen
Maschine, neuWichmann 90 PS 1934 – Crossley 6 Zyl. 375 PS 1947 – Wichmann 750 PS 1967
KapitäneSigvald S. Brandal (1912-1914)
Ole H. Brune (1915-1917)
Johan J. Vartdal (1925-1929)
P.J. Bjerknes (1918-1919)
M. Berknes (1920–1923)
Rolv Kvien (1924)
Mikal Marø (1930 und 1932)
Sivert Engeset (1933-1940)
Martinus Brandal
Roald Knopf (1952)
Ole Follestad (1954)
Johs. M. Brandal (1950-1969)
Kjell Marø (1962-1964)
Olav Asmo (1965)
Peter P. Brandal (1931)
Bjarne Liavåg (1979)
Bjarte Brandal (1969-1978)
RekonstruktionswerftDiesel einsetzen, Kykseterøra (1934)
Nach dem Krieg in Hatlø Mek, Ulsteinvik (1947) vollständig wiederaufgebaut
VerurteiltSenka Gangstøvika (1979)
Ergänzende Angaben

Das Arktisschiff „Brandal“ wurde auf der Werft von Knut Skaaluren in Rosendal gebaut. Es wurde 1911 fertiggestellt und war damit eines der ersten Arktisschiffe, die speziell für die Robbenjagd gebaut wurden.

Der Auftraggeber der „Brandal“ war Sigvald S. Brandal. Das Schiff hatte im Neuzustand folgende Abmessungen: 83,1 Fuß Länge und 20,6 Fuß Breite. Im Bauvertrag ist vermerkt, dass das Schiff eine Bruttoraumzahl zwischen 85 und 90 haben sollte. Der Preis für das bestellte Schiff betrug 145 NOK pro Bruttoraumzahl. Nach Fertigstellung wies das Schiff eine Bruttoraumzahl von 90,71 auf und war mit einer 50 PS starken Dampfmaschine ausgestattet. Im Dezember 1919 ging das Schiff an einen neuen Eigentümer, Peter S. Brandal, über. Im Februar 1925 wurde dessen Unternehmen in eine AS umgewandelt. Noch im selben Jahr wurde das Schiff an die AS Søndmøre Selfangere übertragen. Im September 1932 gab es einen weiteren Eigentümerwechsel, diesmal an Peter S. Brandal & Co. AS. Im Januar 1934 wird AS Polarbjørn als Eigentümer aufgeführt, und zwar für einen längeren Zeitraum bis 1968, als das Schiff an Martin Karlsen AS übertragen wurde.

Die erste Robbenjagd-Expedition fand 1911 statt. Bei dieser Reise erzielten sie einen Fang im Wert von insgesamt 10.750 NOK. Auf dem Rückweg nahmen sie die Besatzung der im Eis gesunkenen „Union“ an Bord.

1918 verbog sich die Propellerwelle beim Aufprall auf Eis. Man versuchte, sie mit dem Besanbaum zurückzubiegen, doch dieser brach. Auch der Versuch mit dem Klüverbaum führte zum Bruch der Propellerwelle. Die „Løftingen“ schaffte es schließlich, die „Brandal“ aus dem Eis zu schleppen, und sie segelten zur Reparatur nach Island.

1928 wurde die „Brandal“ auf eine Expedition zur Suche nach Roald Amundsen entsandt. Offiziell befand sich das Schiff auf Walrossjagd, doch Peter S. Brandal, ein Freund Amundsens, leitete anschließend eine private Suchaktion.

1930 brach die Propellerwelle des Schiffes nach der Kollision mit einer Eisscholle. Ein Pfiff wurde ausgelöst, und die Schiffe „Jopeter“ und „Aarvak“ trafen ein. Die „Aarvak“ besaß den stärksten Motor und schleppte die „Brandal“ aus dem Eis. Nachdem sie das Eis verlassen hatte, wurde der Motor gestartet, doch es stellte sich heraus, dass ein Leck vorhanden war. Der Motor wurde erneut abgestellt, und das Schiff segelte zur Reparatur nach Island. Die Reparatur verlief gut, doch das Leck war bei der Ankunft beträchtlich.

Im Jahr 1934 wurde die „Brandal“ wiederaufgebaut und erhielt einen neuen Motor, einen Wichmann-Dieselmotor mit 90 PS.

1937 ist Brandal in Südostgrönland unterwegs. Er inspiziert die Stationen in Storfjorden und Trollbotten und tauscht die Stationsmannschaft aus. Sverre Aarseth folgt mit zwei Assistenten, Ragnar Eggesvik kehrt mit seinen zwei Assistenten zurück. Abfahrt in Ålesund am 2. August, Rückkehr am 17. September.

Das Schiff wurde 1940 von der Königlichen Marine (KMD) requiriert und erhielt den Namen „Wasserhundt“. 1943 sank es während eines Einsatzes in Sandnessjøen. Dort lag es fast ein Jahr lang, bevor Martin Karlsen im Januar/Februar 1944 zwei seiner anderen Schiffe zu einer Expedition aussandte, um das Wrack zu bergen. Die Bergung gelang. Sie füllten den Hohlraum mit leeren Eichenfässern und hoben das Schiff an. Es wurde nach Ulsteinvik geschleppt und in Hatløy mek auf die Helling gebracht. Hier begannen umfangreiche Wiederaufbauarbeiten. Bis auf wenige Teile im Rumpf war es praktisch ein komplett neues Schiff, das nun wiederaufgebaut wurde. Der Wiederaufbau gestaltete sich zeitaufwendig. Es herrschte Materialmangel, und sowohl Martin Karlsen als auch Leif Hatlø unternahmen mehrere Fahrradtouren in die Fjorde, um hier und da Baumstämme zu sammeln. Am 13. März 1947 war im Vikebladet zu lesen: „Das Robbenjagdschiff „Brandal“ unternahm am Sonntag eine Probefahrt und erreichte dabei eine Geschwindigkeit von über 10,5 Meilen pro Stunde. Es ist das modernste Robbenjagdschiff Norwegens, das die Werft verlassen hat.“ Das Schiff war nun mit einem 375 PS starken Crossley-Motor ausgestattet. Es war 101,6 Fuß lang und 23 Fuß breit. Im Vikebladet hieß es weiter: „Dies ist das größte Boot, das Hatløy mek. bisher ausgeliefert hat, und 150 Personen nahmen an der Probefahrt teil (!), die alle mit reichlich Kaffee und Sandwiches verwöhnt wurden. Alle Kabinen sind mit elektrischem Licht und Zentralheizung ausgestattet.“

1949 befanden sich die Schiffe „Brandal“ und „Flemsøy“ auf dem Heimweg von den Vesterisen, als sie die Nachricht erhielten, dass die „Herøyfjord“ vor der Küste von Sunnmøre auf dem Rückweg von Neufundland Schlagseite bekommen hatte und in Seenot geraten war. An Bord befand sich auch die Besatzung der „Polarbjørn“, die in Neufundland gesunken war. Die beiden Schiffe nahmen sofort Kurs auf das Wrack und retteten gemeinsam am 28. April die Besatzung der „Herøyfjord“. Bei dieser Bergung in rauer See wurde großes seemännisches Können bewiesen. Der Schlepper „Draugen“ kam hinzu und nahm die „Herøyfjord“ in Schlepp, doch nach einiger Zeit lief das Schiff auf Grund und sank.

Abgesehen von den Robbenjagden hatte die „Brandal“ viele verschiedene Aufgaben. Sie diente zeitweise als Expeditionsschiff in Grönland, absolvierte diverse Missionen in der Nordsee und transportierte Fracht. 1967 erhielt sie einen neuen Motor, einen Wichmann 5ACAT mit 750 PS. Dieser Motor war noch an Bord, als das Schiff im Herbst 1979 außer Dienst gestellt und vor Gangstøvika versenkt wurde.

Im Jahr 1972 im Auftrag des Geologischen Dienstes von Grönland, Kopenhagen, in Discobukta und anderen Orten in Westgrönland.

Im Jahr 1976 rettete die „Brandal“ die Besatzung der „Kari“, die im Hjeltefjord gesunken war.

Im Jahr 1977 rettete die „Brandal“ Besatzungsmitglieder der „Flemsøy“, die in der Vesterisen-Region gesunken war.

1979 trat die „Brandal“ ihre letzte Fahrt zu den Vesterisen an. Kurz vor Runde, auf dem Weg zum Ölfeld, bemerkte man ein leichtes Leck. Das Schiff kehrte daraufhin zu Brandal zurück und holte zusätzliche Bilgepumpen. Bei der Rückkehr Ende April war das Leck so groß, dass ein Hubschrauber mit weiteren Bilgepumpen am Meeresrand eintraf. Auch Boote in der Nähe eilten zur Hilfe. Die „Brandal“ erreichte das Ufer, wurde entladen, und einige Zeit später wurde das alte Schiff außer Dienst gestellt.

Mast und Fass wurden in der Brandal School instand gesetzt und montiert.

Litteratur„Alarm im Westeis“ Nystrøm „Ishavsskuter I“ Johan Ottesen „Ishavsfart“ Odd Vollan „Das Geheimnis im Westeis“ Arnold Farstad „Die Eisscholle“
ArchivreferenzOrdner auf Brandal, Isflaket, Datei