Der Robbenbart (II)

Andere NamenAspinet (1906) - Ullenhaug (1916) Aspinet (1919)
Eigentümer1906 unbekannter amerikanischer Besitzer
1916 David W. Simpson, Boston
1916 Claus M. Høye, Stavanger
1916 A/S Vesterhav Fishing Company, Stavanger
1919 Albert Strand & K. Christoffersen, Kristiansund
1927 Privatbank Kristiansund
1928 A/S Sælbardens Rederi (Erik Svendsen und Paul Lillenes)
1930 Osvald Lillenes, Tjørvåg
1932 A/S Robbenjagd und Seefischerei (Elling Aarseth & Co. A/S)
SchiffstypNeufundland-Schoner
Reg. MarkeM 78 K (1920)
M 255 HØ (1928)
M 140 A (1932)
HeimathafenStavanger – Kristiansund – Tjørvåg – Ålesund
BaustelleEssex, Massachusetts, Vereinigte Staaten
Baujahr1906
Baustoffedrei
Länge, Baujahr102,4 Fuß
Abmessungen in Breite, Baujahr23,6 Fuß
Abmessungen in der Tiefe, Baujahr12,1 Fuß
Tonnage124 brt
127 brt
Maschine, OriginalSiegel
Maschine, neu1916 4-Zylinder RM The New London Ship & Engine Co., Groton CN 120 PS – 1928 Bolinder 160 PS
KapitänePaul Lillenes
Osvald Lillenes
Peder Andresen (1934-1937)
Rekonstruktionswerft1928 lief die Bolinder bei Bolsønes vom Stapel und wurde zu einem Arktisschiff umgebaut.
Vorheriger Name"Aspinett"
SchiffbruchSchiffbruch bei Gorodezk im Weißen Meer am 24. April 1937
Ergänzende Angaben

Gebaut unter dem Namen „Aspinet“ für die Fischerei vor der Küste Neufundlands. Nach dem Kauf für Norwegen im Jahr 1916 wurde das Boot in „Ullenhaug“ umbenannt. Aufgrund seines ungewöhnlich langen Bugs wurde es im Volksmund „Die Mandoline“ genannt. Es wurde eine Zeit lang für Fracht- und Fischereitransporte eingesetzt.

1928 wurde das Boot nach Herøy verkauft und wird derzeit für die Robbenjagd umgebaut. Nach einer eher unglücklichen Fahrt in der Dänemarkstraße 1929 fuhr es nach Ostgrönland, um dort Moschusochsen zu jagen. Mehr zu dieser Jagd hier: https://www.ishavsmuseet.no/blogger/moskus-fra-gronland/

1934 wurde die „Sælbarden“ gechartert, um drei Expeditionen aus Nordostgrönland zurückzubringen: die Expeditionen von John Giæver, Gouverneur Helge Ingstad und Sigurd Tølløfsen. Außerdem brachten sie eine neue Expedition mit, die gerade aufgebrochen war: die Suløya-Grönland-Expedition. Auf dem Rückweg nahmen sie zudem die Cambridge-Expedition auf Jan Mayen an Bord.

Die Robbenfangsaison 1937 im Weißen Meer war miserabel. Viele Schiffe brachen die Jagd ab und fuhren zum Westeis. Auch die „Sælbarden“ musste wegen eines Lecks abbrechen und fuhr zur Reparatur nach Tromsø. Anschließend steuerte auch sie das Westeis an. Doch auch dort lief es schlecht, und nachdem sie nur 150 Robben gefangen hatten, beschlossen sie, ins Weiße Meer zurückzukehren. Am 23. April befanden sie sich vier Seemeilen vor Gorodetski. Abenddämmerung und Dunkelheit brachen herein, dichter Nebel zog auf. Die Besatzung fühlte sich jedoch auf Kurs und gab Vollgas. Plötzlich wurde Land nicht weit voraus und vor dem Bug gesichtet. Der Befehl kam, das Backbordruder hart zu legen, doch es war zu spät. Das Schiff lief mit voller Geschwindigkeit auf Grund. Die starke Strömung in dem Gebiet drehte das Schiff, und bei dieser Drehung wurde der Kiel schwer beschädigt, da Wasser von beiden Seiten des Bugs eindrang. Sie waren bei Ebbe an Land gegangen, und die "Sælbarden" begann nun, sich mit sinkendem Wasserstand nach Steuerbord zu neigen.

Alle Luken wurden geschlossen, da man befürchtete, das Schiff könnte vollständig kentern. Kurz nach Mitternacht mussten die Maschinen abgestellt werden, da sie kein Kühlwasser mehr hatten. Bei einer Schlagseite von 50 Grad konnten die Deckpumpen nicht mehr in Betrieb genommen werden. Um drei Uhr morgens war das Schiff fast trocken, die Schlagseite lag zwischen 70 und 75 Grad. Es richtete sich mit steigendem Seegang allmählich wieder auf, doch das Wasser stand bereits hoch im Maschinenraum, bevor die Bilgenpumpe in Betrieb genommen werden konnte.

Sie mussten ihre Schiffe verlassen und die notwendigen Vorräte auf Fischerboote verladen. Dann erreichten sie das Ufer von Gorodetski.

Das letzte Mal sahen sie das Schiff gegen 17:00 Uhr, als das Deck fast auf gleicher Höhe mit der Meeresoberfläche war.

Nachdem die "Sælbarden" aufs offene Meer hinausgetrieben war, sank sie 7 Viertelmeilen vor dem Leuchtturm von Gorodetski, etwa 400 Meter vom Ufer entfernt.

Im August schickte ein Bergungsunternehmen die „Fakstind“ ins Weiße Meer, um das Wrack zu bergen. Die Masten ragten aus dem Wasser, und die Russen hatten dort ihre Flagge gehisst. Bei Ebbe war das Wasser nur sechs Meter tief. Doch man erkannte sofort, dass das Schiff ein Wrack war. Der Rumpf war zersplittert, und der Motor fehlte. Die „Fakstind“ konnte lediglich die Masten bergen.